Dienstag, 10. September 2013

Erpressung des SPD-Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück - Profiling: kein Einzeltäter

Die Ehefrau des Kanzlerkandidaten hat über ihre alte Arbeitsstelle einen Erpresserbrief zugestellt bekommen, worin gefordert wurde dieser solle bis zum 11.September von seiner Kandidatur um den Posten des Regierungschefs in Deutschland zurücktreten. So ein Erpresserbrief wird normalerweise nicht zum Spass, sondern mit dem Kalkül, dass es gelingt die Forderung durchzusetzen, losgeschickt. Im Vorfeld hatte der Kanzlerkandidat im Wahlkampf Nerven gezeigt und ist bei einer Parteiveranstaltung, nach Kritik von seiner Ehefrau, die Kandidatur belaste die Familie, in Tränen ausgebrochen. Das war im Juni 2013. Es wurde damals öffentlich diskutiert, dass Steinbrück vielleicht aufgibt und er war wohl nahe dran. Es erscheint also als geschicktes und aussichtsreiches Kalkül nun gerade damit zu drohen, Vorwürfe in wesentlichem Zusammenhang mit seiner Ehefrau, welche ja die Putzfrau schwarz beschäftigt haben soll, zu veröffentlichen. Das klingt nach Profiling und geheimdienstlichem Know How und nicht nach einem Versehen. Die Erpressungsaktion ist aber misslungen, weil die Ehefrau des Kanzlerkandidaten sich spontan in ihrer verständlichen Empörung über die infamen Beschuldigungen an die Presse gewandt hat. Peer Steinbrück hat den Erpresser bei den Bundesermittlungsbehörden, im Deutschlandfunk war die Rede vom Generalbundesanwalt, angezeigt. Regierungsnahe Presseorgane haben sich derweil teilweise schon in die Putzfrauengeschichte eingeschossen, man könnte fast denken sie wären schon darauf vorbereitet gewesen, Z.B. Focus und Tagesspiegel. Es wird versucht die Steinbrück-Medienhatz, wie schon bei seinen Honoraren und anderen "Fettnäpfchen", wieder in Gang zu bringen. Überraschend gab die Staatsanwaltschaft Bonn etwa zwei Tage nach Bekanntwerden des Erpressungsversuchs bekannt der Erpresser habe sich gestellt und er habe "glaubhaft" versichert, dass die Aktion nur ein Versehen gewesen sei. Diese Pressemeldung erscheint auffällig. Warum versichert die Staatsanwaltschaft die Glaubhaftigkeit des anonymen Täters? Das ist unüblich. Warum wird die Identität des Erpressers nicht bekannt gegeben? Sprechen etwa Geheimhaltungsgründe dagegen die Identität aufzudecken? Im Deutschlandfunk hiess es, es sei ein älterer Bekannter aus Wirtschaftskreisen und der Name des Täters sei dem Kanzlerkandidaten bekannt. Die Erpressung wird offenbar von interessierter Seite so dargestellt, als sei alles nur ein Scherz gewesen. Hier ergeben sich wesentliche Ungereimtheiten. Warum verrät Peer Steinbrück nicht wer der Erpresser ist, wenn er ihn angeblich kennt? Kann es sein, dass die Erpresser nachgelegt haben und noch mit ganz anderen Sachen gedroht haben, wenn er die Sache weiter auffliegen lässt? Wer kommt denn eigentlich am ehesten an solche Informationen von 1999? Wer sammelt alle Daten? Wer nutzt dieses Wissen um Entscheidungen zu beeinflussen, wenn es sein muss auch durch Erpressung? Wer kommt also am ehesten in Frage die Quelle für die Informationen über die Steinbrück-Putzfrau zu sein und diese lanciert zu haben. Alle die dies lesen denken an die selben Geheimbünde. Das Motiv, die technische Möglichkeit und die professionelle Ausführung, inklusive promte Vertuschungs- und Verharmlosungsversuche, lassen die Handschrift der Erpresser erkennen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es sich um einen Einzeltäter handelt. Die Annahme, der wichtigste Oppositionspolitiker Deutschlands wird wirksam erpresst und schweigt darüber wer es ist, ist beängstigend. Die Hintergründe der auffälligen Pressemeldung der Bonner Staatsanwaltschaft erfordern dringend weitere Aufklärung. Es geht in diesem Erpressungsskandal nicht um einen Scherz oder ein Versehen, sondern wahrscheinlich um einen gigantschen Skandal mit weitreichenden Verstrickungen. Immerhin wurde bei dieser Erpressung versucht auf den Wahlausgang entscheidend im Sinne der amtierenden bündnistreuen Regierung einzuwirken, indem der Gegenkandidat kurz vor der Wahl zum Rücktritt gezwungen werden sollte. Es bleibt spanned, was der Kanzlerkandidat in dieser Sache in den nächsten Tagen zu sagen hat. Freitag, 13.09.2013 Steinbrück äüsserte sich in den letzten tagen nicht weiter dazu, ob er den Erpresser kennt. Aber die Süddeutsche Zeitung berichtet nun über die mutmassliche Identität des Erpressers. Es soll ein Ex-Vorstandmitglied der Deutschen Post namens H.Ude sein. Weiter berichtet die Süddeutsche Zeitung: "Eine zuverlässige Quelle behauptet allerdings, schon Mitte August sei in konservativen Kreisen über einen solchen Vorwurf gegen Steinbrück gesprochen worden. Auch da sei es um einen Brief und eine angeblich illegale Beschäftigung im Haushalt von Steinbrück gegangen. Udes Umgebung dementiert diese Behauptung." Damit wird die in diesem Blog erläuterte These eines politischen Komplotts gegen den Oppositionskandidaten erhärtet. http://www.sueddeutsche.de/politik/erpressungsversuch-ex-postvorstand-schrieb-den-drohbrief-an-steinbrueck-1.1770688

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